Dr. Braun beantwortet Ihre Fragen
zum Thema Implantologie

Werden die Kosten eines Implantats auch für Kassenpatienten übernommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen geben im Allgemeinen seit 2005 Festzuschüsse für ein Implantat (Ausnahmefälle sind bestimmte Erkrankungen oder Missbildungen). Bei privat Versicherten ist die Implantatbehandlung dagegen grundsätzlich erstattungsfähig. Die Höhe der Erstattung richtet sich aber nach dem individuellen Versicherungstarif, den Sie Ihrer Krankenversicherungspolice entnehmen können.

Wie hoch sind die Investitionen ein Implantat?

Was ein Einzelimplantat kostet, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Wichtig ist die individuelle Situation: wie ist der Zustand des Knochens und des Weichgewebes, wie ist die Bisslage, welche ästhetischen Anforderungen hat der Patient? Wie ist der gesamte Mundbefund? Entzündungsfrei? Funktionell korrekt? Knochenaufbau, Implantatsystem etc. ab und lässt sich daher nicht pauschal beantworten. Für ein wissenschaftlich dokumentiertes Markenimplantat (von der Einheilschraube bis zur Krone, also inkl. prothetische Versorgung) können je nach Kiefer- und Zahnstatus des Patienten und seinen Wünschen Investitionen ab ca. 2.000,- Euro (unverbindliche Preisangabe) erforderlich sein.

Für welche Patienten kommt ein Implantat in Frage?

Für nahezu jeden Patienten kommt eine Implantatversorgung in Frage. Die Implantologie ist heute ein anerkannt sicheres, wissenschaftlich dokumentiertes Verfahren. Es gibt nur sehr wenige Gegenanzeigen, die eine Implantatversorgung einschränken oder unmöglich machen, z. B. bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase oder wegen anderer Grunderkrankungen grundsätzlich inoperablen Patienten.

Was ist sinnvoller: Implantat oder Brücke?

Die Beantwortung dieser Frage ist individuell unterschiedlich. Wir halten das Implantat grundsätzlich für die bessere Alternative, da ein Implantat immer den betroffenen Bereich im Kiefer stabilisiert und der Knochenabbau in diesem Bereich aufgehalten wird. Eine festsitzende Versorgung und hierbei eine Zahn für
Zahn Versorgung kommt dem natürlichen Vorbild am nächsten.

Zu den Nachteilen einer Brücke gehört, dass für den Aufbau evtl. gesunde Zähne durch Beschleifen stark beschädigt werden müssen. Wenn die beiden Zähne, die direkt an die Lücke anschließen, allerdings mit großen Füllungen oder schon mit Kronen versorgt sind, ist die Brückenlösung nur mit wenigen Nachteilen verbunden. Ein wichtiges Kriterium für eine Brückenversorgung ist die Spannweite der Brücke und der geplante Ort innerhalb des Kiefers.

Bereitet eine Implantatbehandlung Schmerzen?

Eine Implantatbehandlung ist vergleichbar mit einer Zahnentfernung und zählt heute nicht mehr zu den schmerzhaften Behandlungen. Eine
Implantation ist meistens unter einer lokalen Betäubung durchführbar. Die geschaffene Knochenwunde wird direkt mit dem Implantat versiegelt, deshalb sind die Schmerzen auch im Anschluss meistens nur gering. Am Tage des Eingriffs lässt sich der Wundschmerz in der Regel mit leichten bis mittelstarken Schmerzmitteln gut kontrollieren. Bereits am 1. Tag nach der Implantation werden in den meisten Fällen schon keine Schmerzmittel mehr benötigt.

Welche Risiken gibt es bei der Implantatbehandlung?

Im Unterkiefer-Seitenzahnbereich muss der Implantologie besonders auf das verzweigte Nervensystem achten, das nicht verletzt werden darf. Bei guter Vorplanung und Durchführung sind die Risiken während des Eingriffs allerdings gering. Die Gefahr eines späteren Implantatverlustes liegt bei unkomplizierten Verhältnissen unter 1 %.
Damit gehört die Implantologie zu den erfolgreichsten chirurgischen Maßnahmen überhaupt.

Nimmt der Körper das Implantat an?

Titan ist in höchstem Maße biokompatibel und eines der verträglichsten Materialien überhaupt, d.h. eine Abstoßungsreaktion ist nahezu ausgeschlossen. Eine frühzeitige Entzündung ist jedoch immer möglich und kann unter Umständen zu einem Implantatverlust führen. Implantate haben statistisch gesehen jedoch eine Einheilquote von über 95%.

Wir haben auch Zugriff auf metallfreie Implantatsysteme aus Zirkonoxid. Die insgesamt hiermit vorliegenden Langzeiterfahrungen sind derzeit jedoch geringer und als mit Titansystemen.

Wie lange dauert der Heilungsprozess?

Wenn genügend Knochen vorhanden und eine unkomplizierte Implantation möglich ist, rechnet man mit einer Einheilzeit von etwa 6–12 Wochen bei modernen Implantatoberflächen. Im schwachen Knochen oder nach dem Aufbau von Knochen kann die Einheilphase dagegen von ca. 4 bis zu 9 Monaten dauern.

Kann man Implantate direkt belasten?

Diese Möglichkeit besteht bei sehr fest eingesetzten Implantaten tatsächlich. Allerdings ist das Risiko nur bei sofortiger Verblockung (Stegversorgung mit 4 Implantaten im Unterkiefer) überschaubar. Sicherer ist es auf jeden Fall, die Einheilzeiten einzuhalten.

Sofortimplantate im Unterkieferbereich, die zur stabilen Verankerung von Brücken dienen, können im Anschluss an die Implantation bereits belastet werden. Hierzu bedarf es aber immer der vorherigen Absprache mit dem behandelnden Zahnarzt.


Diese Informationen dienen der ersten Orientierung von Patienten, die sich für einen Implantat getragenen Zahnersatz Interessieren. Sie sollen und können ein fachliches Beratungsgespräch beim Zahnarzt/Implantologen nicht ersetzen.
 

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